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E-Government - Wo steht die Schweiz?

Neues

E-Government in der Schweiz

Wir alle kennen das Szenario: Mann oder Frau eilt von Amt zu Amt und hat unzählige Formulare in der Tasche. Alle handschriftlich ausgefüllt, kopiert, gut verpackt, damit sie nicht beschädigt werden und dann--- zwei Minuten nach der Öffnungszeit sind wir angekommen und die Tür ist geschlossen… Die Frage: «Geht das nicht auch einfacher?»

Neue Technologien = neue Möglichkeiten

Das Internet der Dinge, Blockchain und künstliche Intelligenz - dank neuer Technologien haben öffentliche Verwaltungen weltweit die Möglichkeit, Verwaltungsprozesse zu digitalisieren, zu automatisieren und effizienter zu gestalten. Das hat nicht nur Vorteile für die öffentliche Verwaltung selbst, sondern auch für die Bevölkerung. Dazu gehört die Möglichkeit, rund um die Uhr auf Online-Services der Verwaltung zuzugreifen, was allen Beteiligten Zeit und finanzielle Ressourcen spart. In administrativer Hinsicht werden Verwaltungsprozesse schlanker, Doppelspurigkeiten werden beseitigt und Warteschlangen verkürzt. Das wiederum bedeutet, dass die Behörden vor Ort besser auf Sonderfälle eingehen können.

Zahlen und Fakten der Geschäftsstelle E-Government Schweiz von 2021[1] zeigen, dass 60 % der Schweizer Bevölkerung bereits Online-Dienste oder E-Services nutzen. Hierzu gehören die Angebote E-Umzug und die elektronische Steuererklärung, der am meisten genutzte Online-Dienst. Werden E-Services genutzt zeigen die Umfragen, dass die Zufriedenheit damit gross ist. Nichtsdestotrotz sind noch einige Barrieren zu überwinden, um mehr Nutzer und Nutzerinnen zu gewinnen. (Gefühlte) mangelnde Transparenz ist ein entscheidender Faktor, denn die Besorgnis bezüglich des Datenschutzes ist in der Bevölkerung gross und undurchschaubare Strukturen bei der Vernetzung der E-Services ruft Skepsis hervor. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Punkt ist die Angst vor Strafe bei fehlerhafter Dateneingabe.

Die Schweiz in Vergleich mit der EU

Hinkte die Schweizer Regierung vor 5 Jahren im internationalen Vergleich noch hinterher, hat sie inzwischen ein ganzes Stück aufgeholt. Während sie beispielsweise 2016 im E-Government-Entwicklungsindex des UN e-Government Survey auf Rang 28 von 193 Ländern lag, belegte sie letztes Jahr Platz 16. Nichtsdestotrotz ist das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, wie der E-Government-Benchmark der EU 2020 zeigt. Hier wird der Fortschritt in der Digitalisierung von Verwaltungen in 36 Staaten im europäischen Raum verglichen[2], die Schweiz belegt lediglich Rang 29 von 36. Abgeschlagen hinter Ländern wie Österreich und Dänemark und den Baltischen Staaten. Allein die Zurverfügungstellung der Behördengänge online reicht nicht aus. Die Hürden für die Nutzer und Nutzerinnen müssen beseitigt und auf deren Bedürfnisse eingegangen werden.

Fazit:

  • 60% der Schweizer Bürgen benutzen bereits Online-Dienste für Behördenangelegenheiten
  • Die Schweiz hat im Europäischen Vergleich bei der Entwicklung digitaler Behördendienste aufgeholt
  • Im Vergleich mit anderen Europäischen Staaten zum Stand der Digitalisierung in den Verwaltungen besteht Handlungsbedarf
  • Die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie erfordert eine verstärkte Orientierung an den Bedürfnissen der Schweizerinnen und Schweizer

Initiativen in der Schweiz

In der Schweiz gibt es derzeit auf allen Verwaltungsebenen eine Vielzahl von Initiativen zur Förderung von E-Government. «E-Government ist die Organisation von Bund, Kantonen und Gemeinden für die Ausbreitung elektronischer Behördenleistungen.»[3] Ziel ist es papierbasierte Prozesse zu ersetzen. Dazu gehören zum Beispiel elektronische Steuererklärungen, Umzugsmeldungen, Firmengründungen, E-Voting und vieles mehr.

E-Government ist unter anderem ein Aktionsfeld der Schweizer Digitalisierungsstrategie «Digitale Schweiz»[4]. Wir sehen also, dass die Schweiz dem E-Government gegenüber sehr offen ist und in die Zukunft schaut.


[1] Geschäftsstelle E-Government Schweiz, https://www.egovernment.ch/de/dokumentation/zahlen-und-fakten/zahlen-und-fakten-2021, Zugriff 25.08.2021

[2] Geschäftsstelle E-Government Schweiz, https://www.egovernment.ch/de/aktuelles/medieninformationen/e-government-benchmark-der-eu-2020, Zugriff 25.08.2021

[3] Geschäftsstelle E-Government Schweiz , https://www.egovernment.ch/de/organisation/, Zugriff 25.08.2021

[4] Schweizerische Eidgenossenschaft, https://www.efd.admin.ch/efd/de/home/digitalisierung/e-government-schweiz.html , Zugriff 25.08.2021

26 August 2021