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Tanja Stevic
Account- & Customer Success Managerin
Tanja Stevic
ipeak infosystems in Steinhausen und Zermatt

Von der Idee auf den Hotel-TV:

Die Geschichte hinter ibextv

Von der Idee auf den Hotel-TV: Die Geschichte hinter ibextv

 

Manchmal beginnt ein neues Produkt nicht mit einem fertigen Konzept, sondern mit einer einfachen Frage. Für ibextv lautete sie: Auf welchen weiteren Kanälen können wir die Inhalte von tweebie zu den Gästen bringen?

Konkret entstand die Idee während eines Workshops mit Engadin Tourismus im Sommer 2025 und durch einen Input von Mario Vincenti von der Firma metelcom. Neben den in der Destination bestehenden Touchscreens und der dazugehörigen Web-App wurde nach weiteren Möglichkeiten gesucht, die Inhalte von tweebie auszuspielen. Dabei rückte ein Gerät in den Fokus, das in praktisch jedem Hotelzimmer bereits vorhanden ist: der Fernseher. Ganz neu war der Gedanke nicht. Bereits früher gab es Überlegungen, touristische Inhalte auf TV-Geräten im Engadin zu präsentieren. Diese scheiterten jedoch unter anderem daran, dass kein destinationsübergreifender TV-Anbieter für ein regionales TV-Programm gefunden werden konnte.

Inzwischen hatten sich die technischen Möglichkeiten verändert. Neue Entwicklungen im Bereich von TV-Apps und insbesondere das Hospitality-Angebot von Samsung eröffneten einen anderen Weg: Was wäre, wenn die Inhalte nicht als Regional-TV, über einen eigenen TV-Sender, sondern über eine App direkt auf den Fernseher gelangen könnten? Aus dieser Frage entstand die Idee für ibextv.

Ein Touchscreen auf dem Fernseher?

Unsere erste Vorstellung war natürlich naheliegend: Da es ein interaktives Medium ist, entwickeln wir eine Anwendung, die ähnlich funktioniert wie unsere bestehenden Touchscreens. Die Inhalte und die interaktive Nutzung waren bereits vorhanden. Warum also nicht dieses Konzept auf den Fernseher übertragen?

Während der Konzeption zeigte sich allerdings schnell, dass diese Überlegung zu kurz griff. Ein Gast steht nicht vor einem Touchscreen, sondern sitzt mehrere Meter vom Fernseher entfernt und navigiert mit einer Fernbedienung. Auch die Menge an Informationen, die auf einem Touchscreen sinnvoll ist, funktioniert auf einem TV nicht gleich gut. Wir mussten also umdenken.

Beim Design orientierten wir uns daran, was Gäste vom Fernseher bereits kennen: Streaming-Plattformen. Grosse Bilder machen neugierig auf Inhalte, eine klare Struktur sorgt für Orientierung und mit wenigen Klicks auf der Fernbedienung gelangt man zum gewünschten Thema.

Bis zum Ende des Jahres entwickelte sich aus der ursprünglichen Idee eines Touchscreens auf dem TV nach und nach eine eigenständige Anwendung.

Weniger Inhalt kann mehr Information bedeuten

Nicht nur das Design musste neu gedacht werden. Auch bei den Inhalten zeigte sich, dass die TV-App eine andere Herangehensweise braucht.

Unsere Touchscreens und die Web-App leben von einer grossen Auswahl an Informationen. Gäste können sich durch verschiedene Themen bewegen und beispielsweise Veranstaltungen weit im Voraus entdecken. Auf dem Hotel-TV wollten wir den Fokus bewusst enger setzen. Statt möglichst viel zu zeigen, sollte ibextv vor allem das zeigen, was für den aktuellen Aufenthalt relevant ist. Bei Veranstaltungen bedeutet das beispielsweise, dass die nächsten Tage im Mittelpunkt stehen. Auch beim Wetter interessiert während eines Hotelaufenthalts meist weniger die langfristige Prognose als die Frage: Wie wird das Wetter heute und morgen?

Grosse Bilder und vollflächige Darstellungen rücken diese ausgewählten Inhalte in den Mittelpunkt. Die TV-App soll nicht zum digitalen Nachschlagewerk werden, sondern informieren und Lust darauf machen, die Destination zu entdecken.

Morgens andere Fragen als abends

Während der Entwicklung entstand eine weitere Idee: Relevanz hängt nicht nur davon ab, was angezeigt wird, sondern auch davon, wann ein Inhalt erscheint.

Wer morgens im Hotelzimmer den Fernseher einschaltet, interessiert sich vielleicht für das Wetter, aktuelle Webcams oder die Bedingungen auf der Piste. Am Nachmittag oder Abend rücken andere Fragen in den Vordergrund: Wo könnten wir heute essen? Was unternehmen wir morgen?

Deshalb sollte ibextv den Betreibern ermöglichen, Inhalte abhängig von der Tageszeit zu terminieren. Informationen können so genau dann in den Vordergrund rücken, wenn sie für den Gast besonders interessant sind. Hierfür haben wir uns an unseren Infoscreens orientiert, die bereits heute eine gezielte Terminierung von Inhalten ermöglichen.

Aus einer TV-App zur Darstellung bestehender Inhalte wurde damit Schritt für Schritt ein neuer Kommunikationskanal mit einer ganz eigenen Logik.

Die Destination allein reicht nicht

Parallel zur Entwicklung suchten wir immer wieder den Austausch mit Hoteliers. Dabei kam ein Wunsch besonders deutlich zum Vorschein: Wenn eine solche Anwendung schon direkt im Hotelzimmer verfügbar ist, sollte sie nicht nur über die Destination informieren. Auch das Hotel selbst hat viel zu erzählen.

Öffnungszeiten, Informationen zum Frühstück, Wellnessangebote, Restaurant, Services oder Wissenswertes rund um den Aufenthalt: Inhalte, die klassischerweise in einer Gästemappe zu finden sind, sollten ebenfalls ihren Platz auf dem TV bekommen. Dieser Input erweiterte die ursprüngliche Idee entscheidend. ibextv sollte nicht nur Destinationsinhalte attraktiv präsentieren, sondern Destination und Hotel auf einem gemeinsamen digitalen Kanal zusammenbringen.

Nach der Entwicklung heisst es warten

Im Frühjahr 2026 war die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass der nächste grosse Schritt bevorstand: die Einreichung der App.

Dafür mussten wir eine umfassende Dokumentation erstellen. Sämtliche Funktionen, Abläufe und die Überlegungen dahinter mussten so beschrieben werden, dass sie im Testing- und Freigabeprozess nachvollzogen werden konnten. Was zunächst nach einem formalen letzten Schritt klang, erwies sich als deutlich aufwendiger und zeitintensiver als erwartet. Doch irgendwann war auch diese Etappe geschafft: Die App war eingereicht.

Und dann hiess es warten.

Nach drei Monaten kam schliesslich die Nachricht, auf die wir gewartet hatten: die Freigabe. Ein wichtiger Meilenstein war erreicht. Zumindest dachten wir das.

Freigabe – aber nicht ganz

Bei einer Präsentation für metelcom folgte die Ernüchterung. Die Freigabe galt lediglich für die neuesten TV-Versionen. Modelle, die zu diesem Zeitpunkt teilweise noch gar nicht auf dem Markt waren. Für die bereits bestehenden Geräte, die in Hotels im Einsatz sind, fehlte die Freigabe. Damit war klar: Wir müssen nochmals nachbessern.

Die Entwicklung wurde angepasst, die App erneut eingereicht und das Warten begann von vorne.

Noch nicht ganz am Gipfel

Während der erneute Freigabeprozess läuft, steht die Entwicklung nicht still. Gemeinsam mit unseren Partnern befindet sich ibextv bereits in einer Pre-Testing-Phase. Wir prüfen, sammeln Erfahrungen und bereiten die nächsten Schritte vor.

Bis wir ibextv zum ersten Mal wirklich live in einem Hotelzimmer erleben können, wird deshalb noch etwas Zeit vergehen.

Der Weg von der ersten Idee im Workshop bis zur heutigen App verlief nicht auf einer geraden Linie. Das ursprüngliche Konzept wurde hinterfragt, Inhalte wurden reduziert, neue Funktionen kamen hinzu, Rückmeldungen von Hoteliers veränderten das Produkt und eine vermeintlich erreichte Freigabe führte nochmals zurück in die Entwicklung.

Aber genau das gehört zur Entstehung eines neuen Produkts. Das Ziel ist bekannt, aber nicht jeder Abschnitt des Weges dorthin und manchmal gibt es auch Umwege. Bei ibextv ist der Gipfel aber inzwischen in Sicht. Es fehlen nur noch die letzten Etappen.

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